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Allgemeine Informationen

 

 

Weltladen

 

Ein Weltladen ist ein Fachgeschäft für Fairen Handel. Ziel der Weltläden ist es, zu mehr Gerechtigkeit in den Handelsbeziehungen zwischen den Ländern des Globalen Südens und des Nordens beizutragen. Um dieses Ziel zu erreichen, verkaufen Weltläden Produkte aus Fairem Handel und leisten Informations- und Bildungsarbeit zu Fragen des Fairen Handels.

Seit ihrer Entstehung bis in die 1990er Jahre hinein nannten sich die meisten der heutigen Weltläden „Dritte-Welt-Laden“. Mit dem Bedeutungswandel des Begriffes Dritte Welt haben sich viele dieser Läden in „Eine-Welt-Laden“ umbenannt, während sich seit Ende der 1990er Jahre der Name „Weltladen“ etabliert.

 

Die Anfänge

 

Auf internationaler Ebene wurde der Ruf nach einem anderen, gerechteren Handel zwischen den sogenannten Entwicklungs- und Industrieländern auf der UNCTAD-Konferenz 1964 laut. In der Zivilgesellschaft führten diese Diskussionen in verschiedenen Ländern zur Gründung von Initiativen des fairen Handels. Sie zielten darauf ab, mit Hilfe von Produkten aus dem globalen Süden eine breitere Öffentlichkeit für die aus ihrer Sicht ungerechten Handelsbeziehungen zu sensibilisieren und auf politischer Ebene gerechtere Handelsbeziehungen einzufordern. 1969 wurde der erste Weltladen in den Niederlanden eröffnet, von dort breitete sich die Bewegung über ganz Westeuropa aus. Heute gibt es rund 900 Weltläden in Deutschland, ca. 90 in Österreich und etwa 2500 in Europa. Seit Anfang der 1990er Jahre werden fair gehandelte Produkte außer in Weltläden auch über konventionelle Geschäfte sowie Online-Shops vertrieben.

 

Arbeitsweise

 

Die Arbeit der Weltläden fußt neben gesundem Anbau für Mensch & Natur, Ressourcen- und klimaschonende Bewirtschaftung, Balance zwischen Selbstversorgung & Einkommen auf drei Säulen:

 

Verkauf fair gehandelter Produkte: Weltläden führen das breiteste Sortiment fair gehandelter Waren. Neben Lebensmitteln wie Kaffee, Tee und Schokolade gehören dazu auch viele moderne Handwerksprodukte wie Upcyclingartikel, Schmuck sowie eine wachsende Auswahl an Textilien.

 

Handelspartner

 

Weltläden beziehen ihre Produkte überwiegend von Genossenschaften und kleinen Handwerksbetrieben im Globalen Süden. Sie importieren die Waren in der Regel nicht eigenständig, sondern kaufen sie bei sogenannten Fair-Handels-Unternehmen ein. Seit einigen Jahren gehören auch fair gehandelte Waren aus dem Globalen Norden wie z. B. Milch zum Selbstverständnis des Fairen Handels der Weltläden. Sie kommen in Mischprodukten wie Schokolade zum Einsatz.

 

Weltläden in Deutschland

 

In Deutschland gibt es rund 900 Weltläden, die 2019 einen Umsatz von etwa 83 Mio. Euro erwirtschafteten.

 

Geschichte

 

Ein wichtiger Impuls für die Entwicklung der Weltladen-Bewegung in Deutschland war die Gründung der Aktion Dritte-Welt-Handel im Jahr 1970 durch die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend und den Bund der Deutschen Katholischen Jugend. Der Dritte Welt Handel organisierte u. a. Verkaufsaktionen mit fair gehandelten Produkten, die sie im Wesentlichen von einer Importorganisation aus den Niederlanden bezog. 1973 eröffnete der erste deutsche Weltladen in Stuttgart sein Geschäft. Die Zahl der Weltläden stieg schnell an.

 

Zu den heute etwa 900 Weltläden kommen einige tausend Fair-Handels-Gruppen ohne feste Ladenfläche hinzu, die auf Wochenmärkten, nach Gottesdiensten oder bei anderen Gelegenheiten Waren aus Fairem Handel verkaufen.

 

In den Anfangsjahren hatte die Bewusstseinsarbeit im Vergleich zum Verkauf der Produkte einen sehr hohen Stellenwert. Eine große öffentliche Resonanz fand ab Ende der 1970er Jahr die Kampagne „Jute statt Plastik“, die Weltläden in Kooperation mit der GEPA durchführten, um auf die Folgen der Wegwerfgesellschaft aufmerksam zu machen.

 

Quelle (14. Februar 2022):

de.wikipedia.org/wiki/Weltladen